Bürgerinitiative für Frieden in der Ukraine

Wir sind eine Gruppe von neun Privatpersonen unterschiedlicher Nationalitäten (Ukrainer, Russen, Tschetschenen, Griechen und Deutsche), die mit Familien und Freunden sowohl in der Ukraine als auch Russland in Verbindung stehen. Wir betreuen diese Seite in unserer Freizeit und geben durch die Beiträge unsere persönliche Sichtweise der Dinge wieder.

Die Auferstehung des deutschen Imperialismus und die angebliche „russische Bedrohung“

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Von James Petras
The Official James Petras website, 06.12.14
(http://petras.lahaine.org/?p=2016 )

Einführung: Die Nazi-Ideologie wurde von führenden deutschen Industriellen hauptsächlich deshalb finanziell und politisch unterstützt, weil sie vor der kommunistischen und sowjetischen Bedrohung warnte. Der den Nazis wichtigste militärische Angriff, für den sie zwei Drittel ihrer besten Truppen bereitstellten, richtete sich ostwärts und hatte die Eroberung und Zerstörung Russlands zum Ziel. Mit der „russischen Bedrohung“ rechtfertigte Nazi-Deutschland die Eroberung und Besetzung der Ukraine, des Balkans, Osteuropas und des Baltikums; beides war nur mit tatkräftiger Unterstützung einheimischer Nazi-Kollaborateure möglich. Wegen der Ausweitung des Machtbereichs der Sowjetunion setzten die USA nach der Niederlage, Teilung und Entwaffnung Nazi-Deutschlands in den Industriebetrieben, Großbanken und Geheimdiensten (Westdeutschlands) schon bald wieder Nazis in ihre vorherigen Ämter ein. Zunächst waren diese Nazis, unterstützt von den US-Besatzungsstreitkräften, nur mit dem Wiederaufbau der Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland und der Wiedererlangung ihrer politischen Macht beschäftigt.
Ende der 1960er Jahre hatte die Bundesrepublik Deutschland wieder eine wirtschaftliche Vormachtstellung in Europa erreicht und betrieb gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien – aber tonangebend – die „europäische Integration“. Beim Herbeiführen der Grundsatzentscheidungen zur Bildung der Einrichtungen der Europäischen Union / EU spielten die Deutschen eine dominierende Rolle. Die EU diente der Bundesrepublik Deutschland als Instrument zur stillschweigenden Eroberung Westeuropas. Jahr für Jahr drängten deutsche Kapitalisten mit „Finanzhilfen“ und niedrigen Kreditzinsen immer stärker auf die Kapitalmärkte in Süd- und Mitteleuropa. Wegen ihrer wirtschaftlichen Überlegenheit bestimmte die Bundesrepublik Deutschland die Tagesordnung für Westeuropa und profitierte auch von den subversiven Aktivitäten der USA zur Zersetzung Osteuropas, Russlands und der Staaten im Baltikum und auf dem Balkan.

Deutschlands großer Sprung nach vorn: Die Annexion der DDR und der Zerfall der Sowjetunion

Der Aufstieg der Bundesrepublik zur Großmacht wäre nie erfolgt, wenn sie Ostdeutschland nicht annektiert hätte. Für die angeblich „wohltätige Hilfe“ des Westens für den Osten erhielt die Bonner Regierung mehrere Millionen gut ausgebildeter Ingenieure, Facharbeiter und Techniker sowie viele Fabriken und produktive LPGs; am wichtigsten waren aber die osteuropäischen und russischen Märkte für Industriewaren, die Milliarden Dollars wert waren. Deutschland entwickelte sich vom aufstrebenden, einflussreichen EU-Partner zur dynamischsten Wirtschaftsmacht Europas, die vor allem auf die Märkte der Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes drängte.

Die Annexion Ostdeutschlands und der Sturz der kommunistischen Regierungen in Osteuropa ermöglichten es den deutschen Kapitalisten, die Märkte im ehemaligen Ostblock zu dominieren. Weil die neu installierten korrupten und pro-kapitalistischen Marionettenregime die Privatisierung vorantrieben, konnten die Deutschen die Kontrolle über wichtige Industriebetriebe übernehmen. Als Tschechien, Polen, die Slowakei, Ungarn, Bulgarien und die baltischen Staaten strategisch wichtige Wirtschafts-, Handels- und Medienunternehmen und soziale Dienstleistungen „entstaatlichten“ und „privatisierten“, befand sich das „vereinte Deutschland“ in einer privilegierten Position. Weil Russland in die Hände von Gangstern, sich bereichernden Oligarchen und Politikern fiel, die sich von westlichen Kapitalisten kaufen und zu Marionetten degradieren ließen, wurde seine komplette industrielle Infrastruktur dem Verfall preisgegeben, und Russland verwandelte sich in ein riesiges Lager für Rohstoffexporte.
Deutschlands Handelsbeziehungen zu Russland veränderten sich vom Warenaustausch zwischen gleichwertigen Partnern zum Warenverkehr mit einer „Kolonie“: Deutschland exportierte hochwertige Industrieprodukte und importierte Gas, Öl und andere Rohstoffe aus Russland.

Mit der Annexion des „anderen Teils Deutschlands“, der Restauration des Kapitalismus in Osteuropa und der Errichtung von Marionettenregimen, die sich bereitwillig in die von deutschen Kapitalisten beherrschte EU und die unter US-Befehl stehende NATO eingliedern ließen, weitete sich die Macht Deutschlands sprunghaft aus.

Die wirtschaftspolitische Expansion Deutschlands begann mit „Volksaufständen“, die von einheimischen Komplizen inszeniert wurden; anschließend lieferten von den USA unterstützte separatistische Bewegungen Vorwände für US-geführte militärische Offensiven. Deutschland intervenierte in Jugoslawien, indem es Separatisten in Slowenien und Kroatien anstiftete und unterstützte (s. http://www.sueddeutsche.de/politik/slowenien-und-kroation-jahre-unabhaengigkeit-genschers-alleingang-1.1112330 ). Es beteiligte sich an der von den USA und der NATO durchgeführten Bombardierung Serbiens. Es unterstützte auch die selbst ernannte ultrarechte Befreiungsarmee des Kosovo / UCK und trug zum Sieg dieser Terroristen im Kosovo-Krieg bei. Die Truppen der Belgrader Regierung wurden geschlagen, und nach dem Regimewechsel verwandelte sich auch Serbien in einen neoliberalen Marionettenstaat. Die USA errichteten im Kosovo (eine) ihrer größten Militärbasen in Europa (s. http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_12/LP08512_270412.pdf). Auch Montenegro und Mazedonien wurden zu EU-Satellitenstaaten.
Während sich die NATO vergrößerte und die USA ihre Militärpräsenz bis an die Grenzen Russlands ausweitete, wurde Deutschland zur herausragenden Wirtschaftsmacht des Kontinents.

Deutschland und die neue Weltordnung

Während die Präsidenten Bush (Vater) und Clinton eine „neue unipolare Weltordnung“ verkündeten, die sich auf die militärische Überlegenheit der USA gründen sollte, nutzte Deutschland vor allem politische und wirtschaftliche Hebel zur Ausweitung seiner imperialen Macht. Die beiden Machtzentren USA und Deutschland beeilten sich, die neuen kapitalistischen Regime (in Osteuropa) in die von ihnen dominierten Organisationen zu locken – in die Europäische Union / EU und in die NATO – und ihren Einflussbereich auch noch darüber hinaus auszudehnen. In Anbetracht ihrer rückständigen Vergangenheit und ihrer Schussfahrt in ein neues Vasallentum und aus Angst vor der Reaktion ihrer Bevölkerungen auf die wachsende Arbeitslosigkeit, den Zusammenbruch der Sozialsysteme und die anderen Folgen einer überstürzten „neoliberalen Schockpolitik“, „beantragten“ die damit beglückten Staaten in Osteuropa, im Baltikum und auf dem Balkan, als untergeordnete Mitglieder sofort in die EU und in die NATO aufgenommen zu werden; ihre Souveränität, ihre nationalen Märkte und ihr Eigentum an staatlichen Produktionsmitteln opferten sie für leere Versprechungen und die Abwanderung von Millionen Arbeitslosen. Deutsche und britische Kapitalisten konnten Millionen zugewanderter, gut ausgebildeter Arbeitskräfte mit Niedriglöhnen ausbeuten und erhielten Zugang zu neuen Märkten und günstigen Ressourcen. Die USA sicherten sich neue „NATO“-Militärbasen und rekrutierten Soldaten aus den neuen NATO-Staaten für ihre imperialen Kriege im Mittleren Osten und in Südasien.
Die militärische und wirtschaftliche Dominanz der USA und Deutschlands in Europa war nur zu bewahren, wenn Russland ein schwacher Quasi-Vasallenstaat blieb und die ehemals kommunistischen Staaten auch weiterhin wirtschaftlich ausgebeutet werden konnten.

Die militärische Überlegenheit der USA in Europa durfte nicht angetastet werden, weil die US-Militärbasen in Europa als wichtige Sprungbretter für die beabsichtigte imperiale Expansion im Mittleren Osten, in Südasien, in Afrika und in Lateinamerika gebraucht wurden. Die NATO wurde für globale Militäreinsätze umgebaut und benutzt: zuerst in Somalia und Afghanistan und dann im Irak, in Libyen, in Syrien und in der Ukraine.
Russlands wiedergewonnene Stärke, der islamische Widerstand und der neue Kalte Krieg
Während des „Jahrzehnts der Schande“ zwischen 1991 und 2000 haben korrupte Präsidenten (wie Boris Jelzin [s. http://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Nikolajewitsch_Jelzin ] erst die Sowjetunion aufgelöst und dann) Russland durch extreme Privatisierungsmaßnahmen an verbrecherische Oligarchen und Investoren aus den USA und der EU verhökert, seine Wirtschaft, sein Staatsvermögen und einen Großteil seines nationalen Erbes geplündert und verschleudert. Nicht nur in den Augen der USA und der EU, sondern auch in der Realität verkam Russland zu einem Reststaat, der unfähig war, eine unabhängige Außenpolitik zu betreiben, seine zerrüttete Wirtschaft wieder in Gang zu bringen und zu modernisieren und dem Recht Geltung zu verschaffen. Das postkommunistische Russland hatte alle Merkmale eines gescheiterten Staates, wurde aber von Politikern des kapitalistischen Westens und ihren Liebesdienern in den Massenmedien als „liberale Demokratie“ gepriesen.
Mit dem eher zufälligen Aufstieg Wladimir Putins (er wurde 1999 von Jelzin für das Amt des Ministerpräsidenten vorgeschlagen und von der Duma, dem russischen Parlament, mit knapper Mehrheit bestätigt, s. dazu auch http://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Wladimirowitsch_Putin ) wurden nach und nach die korruptesten neoliberalen „Ausverkäufer“ aus der Verwaltung entfernt; gleichzeitig begann der Wiederaufbau des russischen Staates mit einem ordentlichen Haushalt und einer funktionierenden Verwaltung. Diese Entwicklung wurde von Anfang an als Bedrohung für die militärische Dominanz der USA und den wirtschaftlichen Expansionsdrang Deutschlands angesehen. Russlands Loslösung aus der Abhängigkeit vom Westen und die Rückgewinnung seiner Souveränität und Unabhängigkeit lösten sofort eine aggressive Gegenoffensive der USA und der EU aus. Sie finanzierten die Bestrebungen einer auch von russischen Oligarchen unterstützten Opposition, die mit Demonstrationen Neuwahlen erzwingen und Russland wieder zu einem Vasallenstaat des Westens machen wollte. Die Bemühungen, Putin aus seinem Amt und Russland wieder in die Abhängigkeit zu treiben, schlugen aber fehl. Was 1991 mit dem Staatsstreich Jelzins gegen Gorbatschow gelang, hatte gegen Putin keinen Erfolg. Die übergroße Mehrheit der Russen wollte keinen Rückschritt in ein neues Jahrzehnt der Schande.
Zu Beginn des neuen Jahrhunderts setzten Putin und sein Team zunächst neue Grundregeln durch, nach denen Oligarchen ihren illegal angehäuften Reichtum behalten durften, so lange sie ihren wirtschaftlichen Einfluss nicht dazu benutzen, nach der Macht im Staat zu greifen. Zweitens stellte Putin die wissenschaftlichen, technischen, militärischen, industriellen und kulturellen Einrichtungen wieder her und ließ alle Entscheidungen, die den Handel und Investitionen betrafen, von einem größeren Kreis privater Ratgeber und Politiker treffen, die sich nicht vom Westen kaufen ließen. Drittens reorganisierte und stabilisierte er die russischen Sicherheitskräfte, um gegen die Bedrohungen vorgehen zu können, die von den vom Westen gesponserten separatistischen Bewegungen im Kaukasus – vor allem in Tschetschenien, aber auch von den „bunten Revolutionen“ ausgingen, die von den USA in der Ukraine und in Georgien inszeniert worden waren.

Zuerst hatte Putin die optimistische Vorstellung, die Normalisierung und Stabilisierung der Verhältnisse in Russland würden von den USA und der EU begrüßt, weil Russland jetzt ein kapitalistischer Staat ohne jede bedrohliche politische Ideologie war. Er glaubte, Russland würde als politischer und wirtschaftlicher Partner akzeptiert und sogar in die NATO aufgenommen. Putin bot an, Russland in die NATO und in die EU zu integrieren oder zumindest mit beiden zu kooperieren, und die westlichen Staaten ließen ihm zunächst seine Illusionen. Sie ermutigten ihn sogar, verstärkten aber gleichzeitig die Unterstützung der innerrussischen Opposition gegen Putin und bereiteten eine ganze Reihe imperialer Kriege gegen traditionelle russische Verbündete wie den Irak, Libyen und Syrien vor.

Weil die Strategie, Putin durch die Inszenierung innerer Unruhen zu stürzen, scheiterte, und der russische Staat nicht von neoliberalen Vasallen übernommen werden konnte, leitete man eine langfristig angelegte, lautstarke Diffamierungskampagne gegen Putin ein. Der Westen schaltete auf eine von außen auf Russland einwirkende Strategie um und versuchte nun, das große Land zu isolieren, einzukreisen und seiner Verbündeten und Handelspartner zu berauben.

Die USA und Deutschland wollen Konfrontation und haben deshalb die „russische Bedrohung“ wiederbelebt

Mit dem Versprechen, Russland stärker in die westlichen Märkte einzubinden, versuchten die USA und die NATO, die Russen zur Beteiligung an ihren imperialen Kriegen im Irak, in Afghanistan und in Libyen zu animieren. So gelang es den USA und der EU, Russland zu partieller Kooperation zu bewegen; es stellte Basen und Routen für den Transport militärischen Nachschubs zur Verfügung, der für die Invasion und Besetzung Afghanistans gebraucht wurde. Die NATO-Mächte konnten Russland auch dazu überreden, sich an den Sanktionen gegen den Iran zu beteiligen. Die naiven Russen stimmten sogar der Errichtung einer „Flugverbotszone“ über Libyen zu und ermöglichten damit einen großflächigen Luftkrieg (gegen Gaddafi). Gleichzeitig finanzierten die USA so genannte „bunte Revolutionen“ in Georgien und in der Ukraine, wobei letztere nur eine Generalprobe für den Putsch im Jahr 2014 war. Mit jedem gewaltsamen Umsturz gelang es der NATO, antirussische Regime zu installieren, die sich bereitwillig zu Marionetten der USA und Deutschlands machen ließen.
Deutschland führte den imperialen Vormarsch auf dem Balkan und in Moldawien an – in Länder, die enge wirtschaftliche Beziehungen zu Russland hatten. Hohe deutsche Offizielle „besuchten“ Länder (im Osten und) auf dem Balkan, um enge Bande zu den Marionettenregimen in der Slowakei, in Bulgarien, in Slowenien und Kroatien zu knüpfen. Auf deutschen Druck wies die EU ihren bulgarischen Vasallen, „Dummkopf“ Bojko Borissow (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Bojko_Borissow ) an, die Verlegung der russischen Gas-Pipeline South Stream durch Bulgarien über Serbien, Ungarn, Slowenien nach Südeuropa zu blockieren. Dem bulgarischen Staat entgehen dadurch jährliche Einnahmen in Höhe von 400 Millionen Dollar. Deutschland und die USA haben auch in Moldawien Politiker finanziert, die in die NATO und in die EU wollen und so die Wahl Iurie Leancas zum Regierungschef gesichert. Weil Leanca Moldawien unbedingt in die EU bringen will, gehen diesem Land 150 Millionen Dollar für Exporte nach Russland verloren. Leancas Drängen in ie EU wird von einer Mehrheit der Bürger Moldaviens abgelehnt – 57 Prozent der Bevölkerung sehen in Russland den wichtigsten Wirtschaftspartner des Landes. Fast 40 Prozent seiner arbeitsfähigen Bürger erarbeiten in Russland 25 Prozent des im Ausland erwirtschafteten BIPs (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Bruttoinlandsprodukt ) Moldawiens in Höhe von 8 Milliarden Dollar.

Deutsche und US-amerikanische Imperialisten walzen warnende Stimmen in Ungarn, Bulgarien, Serbien, Slowenien und Moldawien einfach nieder; es ist ihnen gleichgültig, dass die Wirtschaft und die Bevölkerung dieser Länder unter der Verhinderung russischer Pipelines für Öl und Gas leiden. Deutschlands großangelegter Wirtschaftskrieg gegen Russland hat Vorrang vor den Interessen seiner Vasallenstaaten: Sie müssen für „größere Ziele“ – die Ausdehnung der Wirtschaftsimperien Deutschlands und der USA und die militärische Einkreisung Russlands durch die USA und die NATO – eben Opfer bringen. Die mit Hilfe der EU praktizierte extrem rücksichtslose Durchsetzung imperialistischer Interessen der deutschen Wirtschaft und die Bereitwilligkeit der Kleinstaaten im Baltikum und auf dem Balkan, auf die Wahrung fundamentaler wirtschaftlicher Eigeninteressen zu verzichten, sind die besten Indikatoren für die beabsichtigte Ausweitung des deutschen Wirtschaftsimperiums auf ganz Europa.

Parallel zu Deutschlands brutalem Wirtschaftskrieg gegen Russland lassen die USA die Streitkräfte der NATO an allen russischen Grenzen aufmarschieren. Der US-Handlanger und NATO-Chef Jens Stoltenberg brüstet sich damit, dass die NATO im laufenden Jahr die Anzahl ihrer über Land und auf See entlang der russischen Grenze patrouillierenden Kampfjets und Bomber verfünffacht hat, ständig (gegen Russland gerichtete) Militärmanöver durchführt und die Anzahl ihrer Kriegsschiffe in der Ostsee und im Schwarzen Meer erheblich erhöht hat.

Schlussfolgerungen

Es ist völlig klar, dass die USA und Deutschland Russland in die Abhängigkeit der 1990er Jahre zurückversetzen wollen und keinen Wert auf „normale Beziehungen“ legen. Seit Putin begonnen hat, den russischen Staat und seine Wirtschaft wieder aufzubauen, sind die westlichen Mächte mit einer ganzen Reihe politischer und militärischer Interventionen über Verbündete und Handelspartner Russlands und unabhängige Staaten hergefallen.
Der Aufstieg extrem antirussischer Regime in Polen, Lettland, Estland und Litauen hat der Nato die militärische und Deutschland die wirtschaftliche Expansion nach Osten ermöglicht. Hitlers Traum von der „Eroberung neuen Lebensraums im Osten“ mit rein militärischen Mitteln hat unter Kanzlerin Merkel klammheimlich eine (zusätzliche) wirtschaftliche Komponente bekommen – durch wirtschaftliche Dominanz in Mittel- und Osteuropa, ökonomische Erpressung auf dem Balkan und durch gewaltsame Putsche in der Ukraine und in Georgien.

In der Deutschland beherrschenden Wirtschaftselite gibt es zwei Richtungen: den dominierenden US-hörigen Flügel, der bereit ist, den heutigen lukrativen Handel mit Russland der Hoffnung auf das Ausplündern der gesamten russischen Wirtschaft nach dem Sturz Putins und der Übertragung der Macht an geklonte Jelzins zu opfern, und eine Minderheit von Industriellen, welche die Sanktionen gern beenden und zu normalen Wirtschaftsbeziehungen mit Russland zurückkehren möchten.

Deutschland befürchtet, dass die Marionettenregime im Osten und besonders auf dem Balkan wegen der „Wirtschaftsreformen“ und Sparmaßnahmen, die der Bevölkerung auf gezwungen wurden, durch Volksaufstände hinweggefegt werden könnten. Deshalb hat es auch so bereitwillig der Aufstellung einer neuen schnellen NATO-Eingreiftruppe zugestimmt (s. dazu auch http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-12/nato-eingreiftruppe-einsatzbereitschaft-2015 ), die angeblich vor der nicht existierenden „russischen Bedrohung“ schützen, in Wirklichkeit aber den Sturz von Marionettenregimen durch die eigene Bevölkerung verhindern soll.
Die Mär von der „russische Bedrohung“, mit der die USA und Deutschland ihre aggressive Politik in Osteuropa und besonders im Kaukasus zu rechtfertigen versuchen, ist ein Rückgriff auf die Doktrin, mit der sich schon Hitler die Unterstützung konservativer und rechter Industrieller und Banker und extremistischer Kollaborateure in der Ukraine, in Ungarn, in Rumänien und in Bulgarien gesichert hat.

Der von den USA und der EU mit Hilfe korrupter Oligarchen und nazistischer Schlägertrupps (und Heckenschützen) inszenierte Umsturz in der Ukraine hat die gegenwärtige Krise ausgelöst. Durch den Staatsstreich in der Ukraine ist natürlich auch die Existenz Russlands als unabhängiger Staat bedroht. Nach der Machtübernahme in Kiew hat die NATO ihre ukrainischen Handlanger sofort angewiesen, vorher weitgehend autonome Gebiete im Südosten der Ukraine und die Krim militärisch zu besetzen, und damit Russland seinen einzigen, strategisch wichtigen Hafen am Schwarzen Meer zu entreißen.
Russland, das Opfer des von der NATO herbeigeführten Umsturzes, wurde als „Angreifer“ abgestempelt. Diese große Lüge wird von den westlichen Regierungen und Massenmedien bis heute verbreitet.
Die seit zwei Jahrzehnten betriebene Ausweitung der NATO nach Osten und der Aufmarsch ihrer Truppen an den Grenzen Russlands wird natürlich ebenso verschwiegen, wie die wirtschaftliche Expansion der EU und besonders Deutschlands auf russische Märkte. Die Ukraine ist eine besonders wichtige strategische Plattform, weil die USA und die NATO von dort aus eine Militäroffensive auf das Herz Russlands starten könnten. Außerdem ist sie nach der Annexion Ostdeutschlands der größte zusätzliche Einzelmarkt für die deutsche Wirtschaft.
Für die USA und Deutschland ist allein schon die Eroberung der Ukraine von großem Wert, noch wertvoller ist sie aber als Startplatz für eine umfassende Großoffensive zur Strangulation der russischen Wirtschaft durch weitere Sanktionen und bewusst manipulierte Dumpingpreise für (von Russland exportiertes) Gas und Öl und natürlich auch zur militärischen Bedrohung Russlands. Die strategische Zielsetzung sieht vor, die russische Bevölkerung erneut in Armut zu stürzen, dadurch die schwächelnde innerrussische Opposition wiederzubeleben, Putin zu stürzen und Russland in dauerhafte Abhängigkeit zu zwingen.
Die imperialistischen Eliten der USA und Deutschlands schauen natürlich schon über Russland hinaus; sie glauben, wenn sie Russland kontrollieren, könnten sie auch China einkreisen, isolieren und von Westen und von Osten her angreifen.
Die führenden Politiker (der USA und Deutschlands) sind zwar keine blindwütigen Fanatiker. Sie sind aber entschlossen, nicht nur einen Krieg, sondern sogar einen Atomkrieg zu riskieren, um Russland aus Europa auszuschließen und Chinas Aufstieg zur Weltmacht zu verhindern.

Das ideologische Kernstück der imperialistischen Politik der USA und Deutschlands zur Eroberung Osteuropas und des Kaukasus ist die Mär von der „russischen Bedrohung“. Sie ist zum Prüfstein geworden, mit dem sich Befürworter und Gegner dieser Politik unterscheiden lassen. Staaten, die sich nicht an Sanktionen (gegen Russland) beteiligen wollen, werden durch die ständig in den Massenmedien wiederholte große Lüge unter Druck gesetzt. Die „russische Bedrohung“ ist zum Kriegsruf der Marionettenregime geworden, mit dem sie die unzumutbaren Opfer zu rechtfertigen versuchen, die sie ihren aufrührerischen Bürgern im Auftrag der Kriegsherren in Washington und Berlin auferlegt haben. Zweifellos wird auch das belagerte Russland Opfer bringen müssen. Seine Oligarchen werden sich in den Westen absetzen, und die Liberalen werden sich unter ihren Betten verkriechen. Aber das russische Volk, das, als es die Sowjetunion noch gab, in Stalingrad den Vormarsch der Nazis gestoppt hat, wird in längstens zwei Jahren auch diesen Ansturm zurückgewiesen haben und wieder ein Leuchtfeuer der Hoffnung entzünden – für alle Menschen, die der Tyrannei der Militaristen in den USA und in der NATO und den Wirtschaftsdiktaten der EU und Deutschlands entrinnen wollen.

Zum Autor diesser Analyse:
http://de.wikipedia.org/wiki/James_Petras
James Petras (* 17. Januar 1937 in Boston, Massachusetts) ist ein emeritierter Professor für Soziologie der Saint Mary’s University in Halifax (Nova Scotia), Kanada. Er publiziert über politische Fragen Lateinamerikas und des Mittleren Ostens.

Der Artikel wurde von Luftpost übersetzt und ist hier als pdf abrufbar:
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP19914_151214.pdfImperialismus

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Autor: Bürgerinitiative für Frieden in der Ukraine

Wir sind eine Gruppe von neun Privatpersonen unterschiedlicher Nationalitäten (Ukrainer, Russen, Tschetschenen, Griechen und Deutsche), die mit Familien und Freunden sowohl in der Ukraine als auch Russland in Verbindung stehen. Wir betreuen diese Seite in unserer Freizeit und geben durch die Beiträge unsere persönliche Sichtweise der Dinge wieder.

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